Stellungnahme zur ­Corona-Krise

Liebe Athletinnen und Athleten,

die Auswirkungen der Corona-Krise haben mittlerweile jeden von Euch erreicht – es besteht ein Versammlungsverbot an Sporteinrichtungen. Ihr seid zum Training daheim oder im Freien gezwungen; wir arbeiten, wie weite Teile der Bevölkerung, im Home-Office.

Den Ernst der Lage hat die Bundeskanzlerin gestern in ihrer Ansprache nochmals verdeutlicht. Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg, so Angela Merkel, habe es keine Herausforderung an unser Land mehr gegeben, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankäme.

Der Sport ist davon nicht ausgenommen. Gemeinsam müssen wir alles dafür tun, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Nur so können wir verhindern, dass die Krankenhäuser, Ärzt*innen und Pfleger*innen über ihre Belastungsgrenzen gebracht werden – eine Situation, die in Italien dazu geführt hat, dass Menschen trotz Überlebenschancen sterben müssen.

Es ist zu erwarten, dass alle von uns Verluste erleiden werden. Das gilt auch für Eure Verbände, Eure Vereine und vielleicht für Euch selbst. DOSB und Bundesregierung arbeiten bereits an Lösungen, um zumindest die wirtschaftlichen Verluste für den gesamten Sport abzufedern.

Wir verstehen, in welcher misslichen Lage Ihr Euch - insbesondere jene, die sich auf die Olympischen und Paralympischen Spiele vorbereiten – gerade befindet. Ihr kämpft an zwei Fronten: gegen das Virus und für die Aufrechterhaltung Eurer Fitness.

Ein Grund für diese Hängepartie ist die Haltung von IOC und IPC, die stur mit der Planung der Spiele fortfahren. In der gestrigen IOC-Telefonkonferenz mit 220 Athletenvertreter*innen aus aller Welt herrschte große Verunsicherung. Das IOC unterband jegliche Spekulationen über Alternativszenarien und kommunizierte auf Nachfrage auch keine Deadline für eine endgültige Entscheidung. Die eigene Vorgabe lautet, dass man die Gesundheit aller Involvierten schützen möchte und die Verbreitung des Virus eindämmen will. Wir werden darauf pochen, dass IOC und IPC diese Maßgaben bei allen Entscheidungen strikt einhalten.

So schwer es Euch fallen mag: bei allem Ehrgeiz und wohlwissend wieviel Kraft und Energie Ihr bereits in den Traum von den Spielen gesteckt habt, bitten wir Euch, die Anweisungen der Bundesregierung zu befolgen.

Bleibt zu Hause, wahrt Abstand, wascht Euch die Hände. Trainiert so, dass eine Ansteckung oder die Gefährdung anderer ausgeschlossen ist.

Sportler*innen sind Vorbilder, ob wir es wollen oder nicht. Wir erreichen und inspirieren Menschen, auch bei Themen, in denen wir keine Experten sind. Lasst uns diese Vorbildfunktion in dieser Situation wahrnehmen. Sport hat seit jeher von der gesellschaftlichen Solidarität profitiert. Lasst uns davon etwas zurückgeben!

Lasst uns loslegen und auch auf diesem Feld unser Bestes geben!

Euer Athleten Deutschland Team

P.S.: Wir empfehlen in sozialen Medien die Hashtags #AthletenVorbild #coronavirus und #stayhome. Teilt uns Eure Ideen und Aktionen gerne mit, wir werden sie über unsere Kanäle verbreiten.