Menschenrechte, Doping, Gewalt und Missbrauch, Pressemitteilung

Integrität des Sports: Nationale Integritätsagentur prüfen und Gewaltenteilung einführen 

Das Sportsystem ist überwiegend nicht dazu in der Lage, effektiv gegen Missstände und Integritätsrisiken vorzugehen. Ein Paradigmenwechsel ist deshalb unerlässlich. Athleten Deutschland fordert eine Gewaltenteilung und die Prüfung einer nationalen Integritätsagentur.  

Berlin, 9. Dezember 2021. Im heute veröffentlichten Papier „Skizzen eines Paradigmenwechsels: Für eine Neuaufstellung der Integritäts-Governance im deutschen Sport“ legt Athleten Deutschland Vorschläge zu einer Nationalen Integritätsagentur und einem unabhängigen Melde-, Untersuchungs- und Sanktionsmechanismus vor. Wir skizzieren darin ein ganzheitliches und aufeinander abgestimmtes Integritätssystem, das Präventionsmaßnahmen überprüfbar umsetzt und Missstände konsequent aufklärt.  

Auslöser für die Reformvorschläge waren unter anderem die Erfahrungen aus der Bearbeitung von Fällen unserer Mitglieder. „Zu oft mussten wir erleben, dass Meldungen nicht ernstgenommen, Diskriminierungserfahrungen ignoriert und Mitbestimmungsrechte von Athletinnen und Athleten beschnitten wurden“, sagt Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland.  „Das Ombudssystem konnte dabei wenig zur Klärung beitragen. Ombudspersonen und Ethikkommissionen fehlen Durchgriffsrechte und teilweise auch Kompetenzen. Manchmal waren sie schlichtweg überfordert.“ 

Die Vorschläge stellen keinen Gegenentwurf oder Widerspruch zu einem Zentrum für Safe Sport dar. Sie sind vielmehr eine langfristige Erweiterung, denn die strukturellen Defizite im Bereich Safe Sport finden sich ähnlich in anderen Integritätsfeldern wieder.  

Neben einer ganzheitlichen Bearbeitung von Integritätsfragen sehen wir die Einführung einer Gewaltenteilung als zentral an. Dafür sind die Unterstützung und Akzeptanz der Verbände dringend notwendig. Deshalb setzen wir uns im nächsten Schritt für einen Dialog- und Strategieprozess ein. Gemeinsam mit allen Beteiligten wollen wir erörtern, wie Menschen, Wettbewerbe und Sportorganisationen bestmöglich geschützt werden können“, sagt Maximilian Klein, Beauftragter für Internationale Sportpolitik und Co-Autor des Papiers.  

Hier finden Sie das Papier „Skizzen eines Paradigmenwechsels: Für eine Neuaufstellung der Integritäts-Governance im deutschen Sport samt Zusammenfassung. 

Embed