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Gründung des Zentrums für Safe Sport legt Grundstein für wirksames Schutzsystem

Die Schaffung des Zentrums geht zurück auf einen im Frühjahr 2021 veröffentlichten Impuls von Athleten Deutschland.
4 Min
2026-07-09
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Mit der Gründung des Zentrums für Safe Sport wird der Grundstein für eine neue Safe-Sport-Architektur in Deutschland gelegt. Athleten Deutschland begrüßt diesen Schritt ausdrücklich und dankt der Bundesregierung und den Ländern für die Umsetzung dieser wichtigen Maßnahme. „Wir freuen uns immens, dass das Zentrum nach fünf Jahren intensiver Vorarbeiten jetzt endlich an den Start geht. Damit sind wir dem Ziel, Betroffenen Zugang zu unabhängigen Untersuchungs- und Disziplinarverfahren zu verschaffen, ein bedeutendes Stück näher gekommen“, sagt Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland. 

 

Zentrum geht auf Impuls von Athleten Deutschland zurück

 

Das Zentrum soll neben seiner Funktion als Untersuchungs- und Disziplinarinstanz Standards für Prävention, Intervention und Aufarbeitung setzen und Sportorganisationen bei deren Umsetzung unterstützen. Die Schaffung des Zentrums geht zurück auf einen im Frühjahr 2021 veröffentlichten Impuls von Athleten Deutschland, der auf breite Resonanz bei betroffenen Athletinnen und Athleten sowie in der Wissenschaft, der Fachpraxis, den Medien und der Politik stieß. Die Ampelregierung griff den Impuls in ihrem Koalitionsvertrag auf und setzte damit den Startschuss. 

 

Aufbau begleiten - Wirkung entfalten 

 

Athleten Deutschland dankt allen Unterstützerinnen und Unterstützern, insbesondere den beteiligten Betroffenen, die sich für die Vision eines Zentrum starkgemacht und sie mit ihrer Expertise bereichert haben. „Wir sind sehr stolz, dass eine von uns entwickelte Idee den Test der Zeit bestanden und sich entgegen erheblicher Widerstände durchgesetzt hat“, sagt Herber und ergänzt: „Die Gründung darf nicht als Abschluss des Prozesses verstanden werden. Als Impulsgeber werden wir unsere Verantwortung weiterhin wahrnehmen, den Aufbau aufmerksam begleiten und den Aufbaustab in seiner Arbeit unterstützen, damit das Zentrum seine volle Wirkung entfalten kann.“ 

 

Für dessen Wirksamkeit ist entscheidend, dass Spitzenverbände und Landessportbünde den auf der DOSB-Mitgliederversammlung im Dezember 2024 verabschiedeten Safe Sport Code zügig implementieren und wiederum ihre Mitgliedsorganisationen an den Code binden. Er bildet die Grundlage für ein einheitliches Regelwerk im organisierten Sport und ist Voraussetzung für den Anschluss an das Zentrum. Die am Mittwoch beschlossene Änderung am Sportfördergesetz, die die Umsetzung des Codes zur verbindlichen Fördervoraussetzung macht, ist dabei ein wichtiges Puzzleteil. Darüber hinaus müssen Verbände ihre Untersuchungs- und Sanktionsbefugnisse an das Zentrum übertragen, damit Betroffene sich überhaupt an die neue Stelle wenden können. 

 

Für die anstehende Aufbauphase des Zentrums benennt Athleten Deutschland weitere zwingende Handlungsbedarfe: 

 

  • die Einstellung von hochqualifiziertem und integrem Personal, insbesondere bei Führungs- und Schlüsselfunktionen
  • die Schaffung einer bereichsspezifischen gesetzlichen Grundlage für den Umgang mit sensiblen Daten
  • die Einrichtung eines unabhängigen, externen Schiedsgerichts als Berufungsinstanz die wirksame Einbindung von Betroffenen und ihren Vertreter*innen in den Aufbauprozess
  • die Ausgestaltung eines sinnvollen Zuständigkeitssystems im Breitensport, damit Betroffenen auch dort von unabhängigen und kompetenten Schutzmechanismen profitieren können
  • klare Zeitpläne mit überprüfbaren Meilensteinen, regelmäßige öffentliche Zwischenberichte und ein aktives Erwartungsmanagement gegenüber Betroffenen, Sportorganisationen, Politik und Öffentlichkeit. 

 

„Der Aufbau des Zentrums bleibt eine komplexe Aufgabe, die wenig Spielraum für Fehler zulässt. Jeder Schritt muss sorgfältig geplant und jede Entscheidung auf ihre möglichen Folgen geprüft werden. Nur mit hoher Transparenz und der vertrauensvollen Einbindung der wichtigsten Akteure, insbesondere der Betroffenen, kann das notwendige Vertrauen in das Zentrum geschaffen werden“, sagt Herber.