IOC-Fonds: Bis zu fairer Beteiligung noch erheblich Luft nach oben

Athleten Deutschland begrüßt die Ankündigung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Athletinnen und Athleten über einen Fonds erstmals direkt an den Einnahmen des olympischen Systems zu beteiligen. Dass olympische Teilnehmerinnen und Teilnehmer unmittelbar von den Erlösen profitieren sollen, entspricht einer langjährigen Forderung von Athleten Deutschland und Athletenvertretungen in zahlreichen Ländern. „Die Etablierung des Fonds ist ein historischer, wenn auch längst überfälliger Schritt. Das IOC wagt damit einen vorsichtigen Einstieg in eine im internationalen Profi-Sport längst gängige Praxis – und zwar diejenigen an den wirtschaftlichen Gewinnen zu beteiligen, die diese Gewinne durch ihre Leistungen erst ermöglichen", sagt Leo Köpp, Präsidiumsmitglied von Athleten Deutschland. „Das angekündigte Fondsvolumen in Höhe von 140 Millionen US-Dollar pro Olympiade stellt weniger als zwei Prozent des Gesamtumsatzes des IOC im selben Zyklus dar. Bis zu einer fairen Beteiligung ist noch erheblich Luft nach oben."
Erhöhung der direkten Athletenförderung weiter essenziell
Leichtathlet Köpp führt weiter aus: "Nun hoffen und erwarten wir natürlich, dass dieser erste Schritt seine Vorbildwirkung entfaltet, dass zum Beispiel auch paralympische Teilnehmende künftig an den Einnahmen beteiligt werden. Das wäre auch ein Signal Richtung World Games und Deaflympics. Die offenen Fragen zur sozialen Absicherung und zur arbeitsrechtlichen Stellung von Athletinnen und Athleten werden mit der Einführung des Fonds nicht beantwortet. Ebenso ist klar, dass die Diskussion hinsichtlich weiterer Lockerungen bei den Vermarktungsregelungen damit nicht obsolet geworden ist."
Ungeachtet der IOC-Entscheidung bleibt eine Erhöhung der direkten Athletenförderung in Deutschland essenziell. Athleten Deutschland fordert weiterhin eine Aufstockung der monatlichen Förderung auf 1.800 Euro für Bundeskaderathletinnen und -athleten und wird sich im Rahmen der aktuell laufenden Aufstellung des Bundeshalts weiterhin dafür starkmachen.

