
Wer für Deutschland startet, darf keine Existenzängste haben. Eine Karriere im Spitzensport ist kein Hobby, sondern Arbeit. Faire Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung müssen zu Grundpfeilern des staatlich geförderten Spitzensports werden.
Warum wir uns dafür einsetzen
Viele Bundeskaderathlet*innen können trotz ihres hohen zeitlichen Einsatzes nicht von ihrem Sport leben. Nur wenige verfügen über ein Anstellungsverhältnis oder andere Einkommensquellen, die eine ausreichende soziale Absicherung ermöglichen. Besonders Athlet*innen ohne Anstellung bei Bundeswehr, Polizei, Zoll, Vereinen oder Verbänden müssen sich eigenständig gegen Risiken wie Krankheit, Unfall, Berufsunfähigkeit oder Altersarmut absichern. Aufgrund niedriger Einkommen ist das oft kaum möglich. Während andere europäische Länder ihre Athlet*innen bereits durch spezielle gesetzliche Regelungen absichern, fehlt in Deutschland bis heute ein vergleichbarer Schutz. Gerade im paralympischen Sport fehlen häufig zusätzliche Absicherungsmöglichkeiten wie Profiverträge, Vereinsstrukturen oder die Bundeswehrförderung. Gleichzeitig reichen die bestehenden Förderstrukturen nicht aus, um diese Lücken zu schließen.
Was wir bisher gemacht haben
Wir setzen uns seit Jahren für eine bessere soziale Absicherung von Athletinnen ein. Im Rahmen der Spitzensportreform hat Athleten Deutschland gemeinsam mit dem DOSB die Unterarbeitsgruppe zur materiellen und sozialen Absicherung geleitet. Deren Empfehlungen bilden bis heute eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Absicherung von Bundeskaderathlet*innen. Dabei haben wir erreicht, dass soziale Absicherung erstmals im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankert wurde und im Gesetzgebungsverfahren zum Sportfördergesetz eine Rolle spielte. Der Handlungsbedarf bleibt allerdings bestehen. Denn: Ein verbindlicher Anspruch auf eine soziale Mindestsicherung für Bundeskaderathlet*innen war nicht Teil des verabschiedeten Sportfördergesetzes.
Was wir fordern
Die bestehenden Lücken müssen geschlossen werden. Bundeskaderathlet*innen brauchen eine verlässliche soziale und materielle Absicherung – unabhängig von Förderstatus, Sportart oder Anstellungsverhältnis. Aus unserer Sicht sind dafür insbesondere folgende Maßnahmen erforderlich: eine monatliche finanzielle Förderung von mindestens 1.800 Euro ein Zuschuss zur Altersvorsorge die Einführung eines Mutterschutzes für Athletinnen die Übernahme von Kosten für notwendige Versicherungen, insbesondere in den Bereichen Krankheit, Unfall und Berufsunfähigkeit Bundeskaderstatus für mind. 24 Monate
- eine monatliche finanzielle Förderung von mindestens 1.800 Euro
- ein Zuschuss zur Altersvorsorge
- die Einführung eines Mutterschutzes für Athletinnen
- die Übernahme von Kosten für notwendige Versicherungen, insbesondere in den Bereichen Krankheit, Unfall und Berufsunfähigkeit
- Bundeskaderstatus für mind. 24 Monate