Breite Unterstützung für Kampagne der paralympischen Athletinnen & Athleten

Athleten Deutschland gratuliert den deutschen Teilnehmenden an den Paralympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 zu 17 Medaillen und einer Vielzahl an inspirierenden Momenten. „Mit den viertmeisten Medaillen im Nationenvergleich haben wir gezeigt, wie leistungsstark der deutsche Parasport ist – trotz kaum vorhandener professioneller Rahmenbedingungen. Jetzt braucht es den politischen Willen, diese Erfolge auch strukturell zu unterstützen. Wenn wir dauerhaft auf internationalem Niveau konkurrieren wollen, brauchen wir Förderstrukturen, die mit unserer sportlichen Realität Schritt halten“, sagt Mareike Miller, Gesamtaktivensprecherin des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und Präsidiumsmitglied bei Athleten Deutschland.
Rund 200 Athletinnen und Athleten aus 24 Sportarten hatten sich im Vorfeld der Spiele in einer Gemeinsamen Erklärung für eine strukturelle Verbesserung der direkten Para-Athletenförderung ausgesprochen. Die zentrale Forderung: Eine zweckgebundene Erhöhung der Bundesmittel für die direkte Para-Athletenförderung im Bundeshaushalt 2027 mit dem Ziel, mindestens 200 Förderplätze zu finanzieren und mehrjährig abzusichern.
Breite Unterstützung aus Sport, Politik und Gesellschaft
Mit dem Abschluss der Paralympics ziehen paralympische Sportlerinnen und Sportler gemeinsam mit Athleten Deutschland eine positive Zwischenbilanz ihrer Kampagne, die große Resonanz über den Parasport hinaus gefunden. Athletinnen und Athleten aus dem olympischen Sport unterstützten das Anliegen, das zudem breite Aufmerksamkeit in überregionalen Medien erhielt. Positive Signale kamen auch aus der Politik. Dr. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, bestätigte am Rande der Spiele, dass die Verbesserung der Para-Athletenförderung bereits Gegenstand politischer Gespräche sei. Tina Winklmann, sportpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, verwies neben einem raschen Aufwuchs der Förderung auf die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Diskussion über die strukturelle Ausgestaltung der Para-Athletenförderung. Athleten Deutschland begrüßt diese Signale und sieht in der aktuellen Debatte zur Weiterentwicklung des deutschen Spitzensports die Chance, Förderstrukturen im Zusammenspiel von olympischem, paralympischem, nicht-olympischem und deaflympischem Spitzensport neu zu justieren.
Ausblick: Faire Förderung im Bundeshaushalt 2027
Nun richtet sich der Blick auf die Umsetzung der Forderung im Bundeshaushalt 2027. Aktuell stehen 168 Förderplätze für Para-Athletinnen und -Athleten zur Verfügung. Tatsächlich vertreten bei Paralympischen Sommer- und Winterspielen in jüngster Vergangenheit jedoch rund 200 deutsche Athletinnen und Athleten ihr Land. Die dafür notwendigen zusätzlichen Mittel – rund 400.000 Euro jährlich – entsprechen weniger als 0,2 Prozent der gesamten Bundesausgaben für den Spitzensport. „Die Paralympics haben einmal mehr gezeigt, wie stark der deutsche Parasport ist. Jetzt liegt es an der Politik, diese Leistung auch strukturell anzuerkennen. Faire Förderung ist kein Luxus – sie ist die Grundlage für nachhaltigen Erfolg und echte Chancengerechtigkeit im Sport. Das muss sich auch im Bundeshaushalt niederschlagen“, sagt Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland. Athleten Deutschland und die paralympischen Athlet*innen werden den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit auch über die Spiele hinaus fortsetzen und die Beratungen zum Bundeshaushalt 2027 konstruktiv begleiten.

