Respekt für Höchstleistungen – Verantwortung über Olympia hinaus

Athleten Deutschland gratuliert allen Athletinnen und Athleten des Team D zu ihren Leistungen bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo. „Der Einsatz der Athletinnen und Athleten war beeindruckend. Sie haben sich als tolle Vorbilder gezeigt und unter Beweis gestellt, dass sie zur Weltspitze gehören“, sagt Geschäftsführer Johannes Herber. Für viele Athletinnen und Athleten hat sich mit dem Start ein Lebenstraum erfüllt, auf den sie vier Jahre oder länger hingearbeitet haben. Umso wichtiger ist es, dass sie nach diesem Höhepunkt nicht allein gelassen werden. „Der Übergang und der Schritt zurück in den Alltag ist herausfordernd – bis hin zu Phasen wie einer Post-Olympia-Depression. Hier braucht es verlässliche Betreuung und nachhaltige Unterstützung durch Verbände und Olympiastützpunkte“, bekräftigt Herber.
Weltklasse braucht Weltklasse-Rahmenbedingungen
Die Diskussion über das Abschneiden im Medaillenspiegel hat erneut die Defizite der Spitzensportförderung offengelegt: zersplitterte Zuständigkeiten, steigende Kosten, Nachwuchsmangel sowie hohe Eigenbeteiligungen in einigen Sportarten für Athletinnen und Athleten. Weiterhin gilt: Wenn Politik und Gesellschaft Weltklasse-Leistungen erwarten, müssen auch die Rahmenbedingungen Weltklasse sein. „Das Sportfördergesetz und die geplante Spitzensportagentur sind ein erster Schritt, um die Förderung stringenter und zielgerichteter zu gestalten. Gleichzeitig muss die Bundesregierung zentrale Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen. Dazu gehört der Ausbau der sozialen Absicherung und eine deutliche Erhöhung der Basisförderung. 800 Euro Sporthilfe-Förderung sind als Mitglied des Olympiakaders entschieden zu wenig, um professionell und fokussiert Sport auf Weltspitzenniveau zu betreiben.“
Good Governance und Athletenschutz als Must-Haves
Die ARD-Recherchen zu Vorgängen in der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack Gemeinschaft verdeutlichten außerdem, wie wichtig die Einhaltung von Good Governance Grundsätzen seitens der Spitzenverbände ist. „Wenn Verbände schlecht geführt werden, leiden Athletinnen und Athleten und zwangsläufig auch deren Leistungen“, sagt Herber. „Die begründete Forderung der Verbände nach weniger Bürokratie und Flexibilisierung darf keinen Freifahrtschein bedeuten. Athletinnen und Athleten befinden sich in starken Abhängigkeitsverhältnissen und Kontrolle bleibt überall dort notwendig, wo ihre Rechte verletzt werden können.“ Auch in dieser Hinsicht bietet das Sportfördergesetz für die Bundesregierung die Chance, Fördervoraussetzungen zu benennen, die die Achtung von Good Governance Prinzipien und den Schutz der Sportlerinnen und Sportler gewährleisten.
Hass im Internet wirksam begegnen
Auch Hate Speech im digitalen Raum ist ein zunehmend drängendes Problem, das während der Wettkämpfe erneut deutlich sichtbar wurde. Viele Athletinnen und Athleten sind auf Social Media angewiesen, um Sponsoren einzubinden und so ihre sportliche Zukunft zu sichern. Online erleben sie dort immer wieder Anfeindungen und digitale Gewalt. „Hate Speech ist kein Randphänomen, sondern eine reale Belastung“, verweist Johannes Herber auf eine gefährliche Entwicklung. „Verbände, die Athletinnen und Athleten zur Reichweitensteigerung und Sponsorenbindung für die eigenen Zwecke nutzen, haben eine Fürsorgepflicht. Es ist deshalb sehr wichtig und folgerichtig, dass der DOSB mit seinem KI-Filter gegen Beleidigungen und Drohungen Verantwortung übernimmt.“ Darüber hinaus dankt Athleten Deutschland dem Games Management Team des DOSB für dessen unermüdlichen Einsatz vor und während der Spiele.
Paralympischen Spiele als nächstes Highlight
Nun richtet sich der Blick auf die Paralympics im März (6.-15.März). Auch diese Wettbewerbe stehen für sportliche Höchstleistungen und inspirierenden Wettbewerb. „Sie zeigen deutlich, was Spitzensport unter Inklusionsgesichtspunkten leisten kann. Jede Leistung – unabhängig von Medaillen – verdient Anerkennung und Respekt“, betont Herber abschließend.

