Sportfördergesetz muss Athletinnen und Athleten besser schützen und beteiligen

Zum Start des parlamentarischen Verfahrens fordert Athleten Deutschland Nachbesserungen am Sportfördergesetz: Der Bundestag müsse Schutzstandards für Verbände verbindlich machen, gute Verbandsführung durchsetzbar sichern und Athleten Deutschland einen Sitz im Aufsichtsgremium der Spitzensport-Agentur ermöglichen.
„Wir Athletinnen und Athleten stehen hinter dem Ziel, den deutschen Spitzensport wieder erfolgreicher zu machen. Echte Veränderung bedeutet jedoch, uns an Entscheidungen wirksam zu beteiligen und den Schutz vor Gewalt zur Priorität zu machen”, sagt Ruderin Pia Greiten, Präsidentin von Athleten Deutschland.
Athleten Deutschland fordert im parlamentarischen Verfahren insbesondere drei zentrale Nachbesserungen:
- Einen stimmberechtigten Sitz für Athleten Deutschland im Stiftungsrat der Spitzensport-Agentur.
- Die verbindliche Umsetzung des Safe Sport Codes und den Anschluss der Spitzenverbände an das Zentrum für Safe Sport als Fördervoraussetzung.
- Die Verankerung von Good Governance und wirksamer Athletenbeteiligung zur Schließung der bestehenden Steuerungslücke.
„Wer mehr Medaillen fordert, muss die Menschen stärken, die die Erfolge möglich machen. Ihr Schutz darf nicht dem guten Willen einzelner Verbände und deren Eigenerklärungen überlassen werden. Mit der Schärfung der Fördervoraussetzung kann der Bundestag einen entscheidenden Schritt gehen, um Athletinnen und Athleten in Zukunft besser zu schützen,“ sagt Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland.
„Mehr Flexibilität für Verbände ist richtig, braucht aber klare Leitplanken. Gute Verbandsführung stärkt die Leistungsfähigkeit und sorgt dafür, dass Fördermittel verantwortungsvoll eingesetzt werden,“ so Herber. „Die Agentur kann nur effektiv steuern, wenn sie Standards im Bereich Good Governance setzen und deren Einhaltung überprüfen kann.“
Athleten Deutschland appelliert an die Mitglieder des Deutschen Bundestages, aus dem Sportfördergesetz ein echtes Reformgesetz im Sinne der Athletinnen und Athleten zu machen. Hintergründe, Erläuterungen und konkreten Formulierungsvorschläge finden Sie im Forderungspapier.
Parlamentarisches Frühstück mit Politik
Diesen Freitag (22.05.26) veranstaltete Athleten Deutschland ein Parlamentarisches Frühstück im Jakob-Kaiser-Haus. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, darunter Mitglieder des Sport- und Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages sowie des Bundeskanzleramts. Gemeinsam mit dem Präsidium von Athleten Deutschland konnten deutsche Spitzensportlerinnen und Spitzensportler ihre Perspektiven schildern und mit den politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in den Dialog treten.
Stimmen sowie Bilder von der Veransaltung
Johannes Herber:
„Wer internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken will, muss diejenigen beteiligen, die für den Erfolg verantwortlich sind. Heute wurde sehr gut zugehört – jetzt blicken wir gespannt auf die Umsetzung im parlamentarischen Verfahren."
Pia Greiten:
Wir erleben gerade einen entscheidenden Moment für den deutschen Spitzensport. Jetzt besteht die Chance, Strukturen zu schaffen, die Leistung ermöglichen und gleichzeitig Schutz, Mitbestimmung und faire Bedingungen garantieren.“

