Zum Hauptinhalt springen

Bundeshaushalt 2027: Wichtige Impulse für direkte Förderung und Spitzensportreform

Die Athletenvertretung begrüßt zusätzliche Mittel für die Athletenförderung, Safe Sport und die Spitzensport-Agentur, sieht zugleich aber weiteren Handlungsbedarf.
3 Min
2026-07-07
Eine Taktiktafel.

Athleten Deutschland begrüßt den Entwurf des Bundeshaushalts 2027 und den darin vorgesehenen Anstieg des Sportetats. Positiv zu bewerten sind insbesondere die zusätzlichen Mittel für die unmittelbare Athletenförderung, das Zentrum für Safe Sport und die geplante Spitzensport-Agentur. Zugleich gibt es weiteren Handlungsbedarf bei der direkten Athletenförderung sowie einer Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele, die konsequent auf die Ziele der laufenden Spitzensportreform einzahlt.

 

Wichtiger Schritt für die direkte Athletenförderung

 

 „Wir freuen uns sehr, dass die Bundesregierung unserer langjährigen Forderungen nach einer Erhöhung der direkten Förderungen jetzt nachgekommen ist. Wir danken Staatsministerin Dr. Schenderlein für diesen wichtigen Schritt sowie der Sporthilfe, die unsere Forderung unterstützt hat“, sagt Pia Greiten, Ruderin und Präsidentin von Athleten Deutschland. Im Haushaltsentwurf sind zusätzliche 4,5 Millionen Euro für die unmittelbare Athletenförderung vorgesehen. Nach Jahren stagnierender Fördersätze und ohne Inflationsausgleich ist die Erhöhung ein wichtiges Signal. Angesichts steigender Lebenshaltungs- und Trainingskosten kann sie jedoch nur ein erster Schritt sein. „Wir werden uns im weiteren Verfahren dafür starkmachen, dass die Förderung sich weiter den realen Bedarfen der Athletinnen und Athleten annähert. Extrem wichtig ist uns auch, von Kanzleramt und Sporthilfe größtmögliche Transparenz zur Verteilung der zusätzlichen Mittel zu erhalten,“ unterstreicht Greiten.

 

Weiterhin Förderlücke bei paralympischen Athlet*innen 

 

Klärungsbedarf besteht zudem, inwieweit die zusätzlichen Mittel dazu beitragen werden, die Förderlücke bei paralympischen Athletinnen und Athleten zu schließen. Die von Athleten Deutschland gemeinsam mit 200 Para-Athletinnen und -Athleten geforderte Aufstockung der Sporthilfe-Förderplätze findet sich im Bundeshaushalt bislang nicht wieder. Aktuell stehen weiterhin lediglich 168 Förderplätze zur Verfügung. 

 

Rückenwind für Safe Sport und Spitzensport-Agentur 

 

Ein wichtiges Signal ist zudem das finanzielle Bekenntnis zum Zentrum für Safe Sport, dessen Einrichtung Athleten Deutschland 2021 auf die politische Agenda des Bundes gesetzt hat. Mit den vorgesehenen 5 Millionen Euro kann der Aufbau beginnen. Für den späteren Vollbetrieb werden laut Roadmap allerdings jährlich rund 6 Millionen Euro benötigt. Bund, Länder und organisierter Sport müssen deshalb frühzeitig eine verlässliche Finanzierung sicherstellen.  Auch die Bereitstellung von 1,1 Millionen Euro für die neue Spitzensport-Agentur ist ein wichtiges Signal. Sie schafft die Voraussetzungen für ihren Aufbau. Gleichzeitig muss bereits heute sichergestellt werden, dass die erforderlichen Mittel für den weiteren Aufwuchs in den Folgejahren bereitstehen. Nur so kann die Agentur ihre Aufgaben dauerhaft wahrnehmen und ihre Rolle als unabhängige Förderinstitution vollständig wahrnehmen. 

 

Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele als Chance für nachhaltige Reformen 

 

Die vorgesehenen 6 Millionen Euro für eine deutsche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele bewertet Athleten Deutschland ebenfalls positiv. Eine Bewerbung kann eine große Chance für Athletinnen und Athleten, den Sport und die Gesellschaft sein. Sie muss jedoch die Reformen im Spitzensport beschleunigen und einen nachweisbaren Mehrwert schaffen. Zu wichtigen Voraussetzungen gehören die verbindliche Beteiligung von Athletinnen und Athleten, größtmögliche Transparenz sowie eine konsequente Ausrichtung an Integrität, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Legitimation. „Eine Olympiabewerbung kann den Reformen im deutschen Spitzensport zusätzlichen Schub verleihen – vorausgesetzt, Bewerbung und Reformen gehen Hand in Hand. Der Bundeshaushalt eröffnet dafür Spielräume. Jetzt müssen die zusätzlichen Mittel dort ankommen, wo sie Athletinnen und Athleten sowie ihrem direkten Leistungsumfeld nachhaltig zugutekommen und die Reformen voranbringen. Damit kann eine Olympiabewerbung auch zum Motor eines leistungsfähigeren Spitzensports und erfolgreicher Olympischer und Paralympischer Spiele im eigenen Land werden,“ betont Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland.