Unterstützung für Betroffene und transparente Aufarbeitung

Die jüngste Pressemitteilung des Rudervereins Münster (RVM) zum Abschluss einer vereinsinternen Untersuchung zu verschiedenen Formen von möglicher interpersonaler Gewalt hat bei Athleten Deutschland Irritationen und Unsicherheiten ausgelöst. Wir stehen an der Seite der meldenden Personen, von denen sich einige seit Monaten mit unserer Anlaufstelle „Anlauf gegen Gewalt“ zu schwerwiegenden Vorwürfen interpersonaler Gewalt im Austausch befinden. Sie schildern, dass einzelne Aussagen der öffentlichen Darstellung des RVM nicht mit ihren eigenen Wahrnehmungen übereinstimmen oder im Nachgang verändert worden seien. Dies hat Zweifel an der Nachvollziehbarkeit und Transparenz des bisherigen Verfahrens hervorgerufen. Nach Eindruck der meldenden Personen ist eine angemessene Prüfung aller vorliegenden Meldungen noch nicht vollumfänglich erfolgt.
Fragen sind offengeblieben
Wir betrachten es deshalb als dringend notwendig, dass der RVM darlegt, auf welcher Grundlage der Vorgang als abgeschlossen kommuniziert wurde, obwohl aus Sicht mehrerer Beteiligter zentrale Frage offengeblieben sind. Ebenso sollten die Ergebnisse der bisherigen Untersuchung unter Beachtung des Datenschutzes und von Vertraulichkeitspflichten den Meldenden transparent zugänglich gemacht werden.
Ernsthafte Prüfung - nachvollziehbares Verfahren
Für uns ist klar: Wer Grenzverletzungen meldet, verdient eine ernsthafte Prüfung und ein nachvollziehbares Verfahren. Es geht nicht um Vorverurteilung, sondern um eine sorgfältige und transparente Aufarbeitung der vorliegenden Hinweise. Gerade weil der RVM auch im Kinder- und Jugendsport tätig ist, besteht aus unserer Sicht eine besondere Sorgfaltspflicht. Zur Stärkung des Vertrauens aller Beteiligten halten wir neben der Klärung der offenen Fragen folgende Schritte des RVM für erforderlich:
- die wirksame und sichtbare Zusammenarbeit mit unabhängigen Fachberatungsstellen für Prävention, Kinderschutz und Aufarbeitung,
- die Implementierung wirksamer Präventions- und Interventionsstrukturen,
- den Aufbau eines unabhängigen und breit kommunizierten Meldesystems.

