
Gewalt hat im Sport keinen Platz! Wer trainiert, kämpft und für Erfolge alles gibt, darf nicht Gefahr laufen, gedemütigt oder missbraucht zu werden. Der Schutz von Athlet*innen muss oberste Priorität haben – durch unabhängige Strukturen, klare Regeln und eine Kultur des Hinschauens statt Wegsehens.
Warum wir uns engagieren
Gewalt im Sport ist kein Einzelfall. Machtgefälle, Abhängigkeiten, übersteigerte Erfolgsorientierung und fehlende Kontrollmechanismen können dazu beitragen, dass Gewalt entsteht und unentdeckt bleibt. Die Zahlen zeigen, wie groß das Problem ist: Laut der Safe-Sport-Studie haben 37 Prozent der befragten Kaderathlet*innen sexualisierte Gewalt, 87 Prozent psychische Gewalt und 29 Prozent körperliche Gewalt im Sport erlebt. Besonders gefährdet sind Frauen, junge Athlet*innen und queere Menschen. Viele Betroffene sprechen erst spät oder gar nicht über ihre Erfahrungen. Fehlendes Vertrauen in bestehende Strukturen, Angst vor Konsequenzen und unzureichende Unterstützung erschweren die Aufarbeitung zusätzlich.
Was wir verändert haben
Athleten Deutschland hat den grundlegenden Kurswechsel im Bereich Safe Sport maßgeblich mit bewirkt. Seit 2020 setzen wir uns dafür ein, den Schutz vor Gewalt nicht länger allein den bestehenden Verbandsstrukturen zu überlassen. Früh haben wir zwei zentrale Reformen gefordert: einen verbindlichen Safe Sport Code und ein unabhängiges Zentrum für Safe Sport. Aus diesen Forderungen sind inzwischen zentrale Bausteine einer neuen Safe-Sport-Architektur geworden:
2021 haben wir mit „Anlauf gegen Gewalt“ selbst eine unabhängige Anlaufstelle für Kaderathlet*innen geschaffen. Sie unterstützt Betroffene vertraulich und unabhängig von Verbandsstrukturen. Mehr als 100 Fälle pro Jahr zeigen, wie groß der Bedarf ist.
Ende 2024 wurde der DOSB Safe Sport Code verabschiedet. Damit gibt es erstmals ein übergreifendes Regelwerk für den Umgang mit interpersonaler Gewalt im organisierten Sport.
Im Juli 2026 wurde das Zentrum für Safe Sport gegründet. Damit wird eine weitere langjährige Kernforderung von Athleten Deutschland Realität: eine unabhängige Institution, die Betroffene unterstützt und Untersuchungen, Prävention und Aufarbeitung außerhalb klassischer Verbandsstrukturen ermöglicht.
Mit dem Sportfördergesetz wird Safe Sport erstmals verbindlicher mit staatlicher Förderung verknüpft. Die Umsetzung des Safe Sport Codes wird zur Voraussetzung für öffentliche Förderung.
Was noch getan werden muss
Die entscheidenden Grundlagen sind geschaffen. Jetzt müssen sie im gesamten Sportsystem wirksam werden. Dafür setzen wir uns ein:
für die konsequente Umsetzung des Safe Sport Codes in allen Sportorganisationen
für den Anschluss möglichst vieler Sportorganisationen an das Zentrum für Safe Sport
für unabhängige Melde-, Untersuchungs- und Disziplinarverfahren
für wirksame Kontroll-, Monitoring- und Unterstützungsstrukturen
für die konsequente Anwendung der Safe-Sport-Standards als Voraussetzung staatlicher Förderung
für eine dauerhafte und ausreichende Ausstattung unabhängiger Beratungs-, Untersuchungs- und Aufarbeitungsstrukturen
Wer öffentliche Mittel erhält, muss Athlet*innen wirksam vor Gewalt schützen. Prävention, Intervention und Aufarbeitung dürfen nicht von freiwilligen Selbstverpflichtungen abhängen.
