Breite Allianz fordert verbindlichen Schutz vor Gewalt im Sportfördergesetz

Vertreterinnen und Vertreter von Betroffenenorganisationen, Fachberatungsstellen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich heute in einem gemeinsamen Appell an die Mitglieder des Deutschen Bundestages gewandt. Sie fordern, den Schutz vor physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt als verbindliche Voraussetzung für die öffentliche Förderung des Spitzensports im geplanten Sportfördergesetz zu verankern. (Hintergrund: Athleten Deutschland fordert: Sportfördergesetz muss Athletinnen und Athleten besser schützen und beteiligen)
Die Allianz begrüßt, dass der Gesetzentwurf den Schutz vor interpersonaler Gewalt grundsätzlich aufgreift. Aus Sicht der Unterzeichnenden reichen jedoch bloße Eigenerklärungen von Fördernehmern nicht aus, um den wirksamen Schutz von Athletinnen und Athleten sicherzustellen.
„Die breite Allianz hinter diesem Appell macht deutlich: Der Schutz vor Gewalt hat eine Tragweite, die weit über den Spitzensport hinausreicht. Mit dem Sportfördergesetz kann die Politik jetzt nicht nur die Menschen im Sport wirksamer schützen, sondern auch ein Signal mit Vorbildcharakter für andere gesellschaftliche Bereiche setzen,“ sagt Pia Greiten, Ruderin und Präsidentin von Athleten Deutschland.
Konkret fordert die Allianz:
- die verbindliche Umsetzung des Safe Sport Codes oder eines gleichwertigen Regelwerks als Fördervoraussetzung,
- sowie den verpflichtenden Anschluss von Fördernehmern im Spitzensport an das künftige Zentrum für Safe Sport einschließlich unabhängiger Untersuchungs- und Disziplinarverfahren.
Die Unterzeichnenden betonen, dass öffentliche Fördermittel an überprüfbare Schutzstandards geknüpft werden müssen. Wer die Integrität des Sports stärken und den Spitzensport erfolgreich weiterentwickeln will, muss zugleich den Schutz von Athletinnen und Athleten konsequent verbessern.
Unterzeichnet wurde der Appell von der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, dem Betroffenenrat bei der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Athleten Deutschland e.V., Anlauf gegen Gewalt, Safe Sport e.V., der BKSF – Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend, N.I.N.A. e.V. sowie Prof. Dr. Bettina Rulofs und Prof. Dr. med. Marc Allroggen.

