Missbrauch im Sport – Impulspapier für Unabhängiges Zentrum für Safe Sport

Gegen Gewalt und Missbrauch im Sport: Athleten Deutschland veröffentlicht Impulspapier für Unabhängiges Zentrum für Safe Sport

Berlin, 10.02.2021. Zur Veröffentlichung unseres Impulspapiers „Anregungen für ein Unabhängiges Zentrum für Safe Sport“ äußern wir uns wie folgt.

Psychische, physische und sexualisierte Gewalt und Missbrauch stellen im Leistungs- und Breitensport ein weitverbreitetes Problem dar. Mit den „Anregungen für ein Unabhängiges Zentrum für Safe Sport“ möchten wir einen Beitrag zur umfassenden Bekämpfung dieser Gefahren leisten. Der Austausch mit betroffenen Athlet*innen und Expert*innen sowie wissenschaftliche Befunde haben für uns folgende Punkte verdeutlicht:

Betroffene von Gewalt und Missbrauch brauchen vom Sport unabhängige Anlaufstellen, denen sie vertrauen können; Menschen, die sie und anderweitig Beteiligte kompetent und frei von Interessenskonflikten betreuen. Betroffene und Hinweisgeber*innen müssen sicher sein können, dass jeder Meldung konsequent nachgegangen wird und Verstöße entsprechend geahndet werden. Die vom organisierten Sport selbst geforderten Präventionsmaßnahmen können nur wirken, wenn sie von einem unabhängigen Monitoring- und Auditsystem begleitet werden. Selbstauskünfte und Eigenerklärungen sind wichtig, reichen aber nicht aus. Wir haben auch gelernt: Das Schweigen muss beendet werden. Fälle aus der Vergangenheit müssen unabhängig aufgearbeitet und das Leid der Betroffenen anerkannt werden.

Das sind zweifellos schwierige Aufgaben. Und der organisierte Sport widmet sich diesen vor allem im Bereich der Prävention mit wachsendem Erfolg. Einige dieser Aufgaben, zum Beispiel in den Bereichen des Präventionsmonitorings, der Intervention und der Aufarbeitung, müssen jedoch zwingend unabhängig erledigt oder begleitet werden. Daraus haben wir geschlossen: Der organisierte Sport kann und sollte den Kampf gegen Gewalt und Missbrauch nicht allein führen. Wir plädieren deshalb für die Schaffung eines Unabhängigen Zentrums für Safe Sport.

Dieses kann einen Beitrag zur Überwindung struktureller und kultureller Defizite im Kampf gegen Gewalt und Missbrauch im Sport leisten und alle engagierten Beteiligten dabei unterstützen, ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen. Schließlich soll diese Organisation nicht nur Betroffenen und weiteren Beteiligten als unabhängige Anlaufstelle, sondern auch den Sportorganisationen als helfende Hand dienen.

Der Blick ins Ausland verdeutlicht, dass solche Strukturen bereits geschaffen wurden oder zur Diskussion stehen. Wir betonen in unserem Papier, dass unsere Überlegungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Unsere Vorschläge sollten nun einer Machbarkeitsprüfung unterzogen werden. Im weiteren Prozess laden wir alle Beteiligte zu einem konstruktiven und ergebnisoffenen Dialog ein.

Hier geht es zum Papier.