Athletengruppen und Vorsitzende Nationaler Anti-Doping-Organisationen (NADOs) schließen sich zusammen, um weitere Reformen der WADA einzufordern

Berlin/Bonn, 11.November 2020. Die Stiftung Nationale Anti Doping Agentur (NADA) und Athleten Deutschland e.V. haben sich dem gemeinsamen Statement von Athletenvertretungen aus 14 Ländern und 14 führenden Nationalen Anti-Doping Organisationen (NADOs) angeschlossen. Das Statement - in englischer Sprache - finden Sie weiter unten. 

Dr. Andrea Gotzmann, Vorstandvorsitzende der NADA, bekräftigt: „Glaubwürdigkeit und Vertrauen in den Reglungsgeber WADA sind für die beiden großen Stakeholder-Gruppen Athletinnen und Athleten sowie Nationale Anti-Doping Organisationen – NADOs – von elementarer Bedeutung. Bei den Bemühungen um einen fairen und sauberen Sport müssen die Expertise der NADOs, aber auch die Erfahrungen der Athletinnen und Athleten innerhalb aller WADA-Gremien ausreichend Berücksichtigung finden.“  

Maximilian Klein, Beauftragter für internationale Sportpolitik bei Athleten Deutschland, kommentiert: „Wir alle wollen eine WADA, die ihrem Mandat für den sauberen Sport unabhängig nachkommt und die Athletenschaft in das Zentrum ihrer Entscheidungen rückt. Es ist daher nur folgerichtig, dass wir den Schulterschluss mit all jenen suchen, die sich auch seit Jahren für naheliegende, aber dennoch weitreichende Reformen der WADA einsetzen. Wir werden nun gemeinsam an diesem Ziel arbeiten.“ 

[Deutsche Übersetzung aus dem Englischen – Original weiter unten] 

Athletenvertreterinnen und -vertreter aus 14 Ländern schließen sich mit 14 führenden Nationalen Anti-Doping-Organisationen (NADOs) zusammen, um gemeinsam eine umfassende Reform der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) zu fordern. Als einzelne Organisationen haben wir wiederholt formale Vorschläge für Änderungen eingebracht. Jetzt sprechen wir gemeinsam, um unserer Forderung nach mehr Unabhängigkeit, Transparenz und Rechenschaftspflicht innerhalb der WADA Nachdruck zu verleihen. Wir bekräftigen außerdem die Notwendigkeit, die Menschenrechte zu stärken und Interessenkonflikte im Anti-Doping-System zu eliminieren.  

Die wichtigsten Stakeholder der WADA schließen sich zusammen, um erneut substanzielle Veränderungen und eine weitreichende Reform der WADA zu fordern. Die Athletinnen und Athleten stellen sich allen Anti-Doping-Tests und die Nationalen Anti-Doping Organisationen führen die allermeisten dieser Tests durch. Allerdings sind beide Gruppen weder in den Governance-Strukturen der WADA noch bei deren Überarbeitung angemessen vertreten. Obwohl die WADA sagt, dass ihre Priorität darin besteht, die Athletinnen und Athleten einzubeziehen und zu stärken, räumt die Agentur ihnen noch immer nicht den Platz ein, der ihnen zusteht.   

Wir alle profitieren von einer stärkeren und effektiveren WADA, die Vertrauen bei den Athletinnen und Athleten genießt und ihre Mission effektiv erfüllt. Das Ansehen der WADA kann nur durch weitreichende Reformen verbessert werden, die sowohl unabhängige Athletenvertreterinnen und -vertreter als auch NADOs als ihre wesentlichen Stakeholder in eine globale Anti-Doping-Governance einbeziehen. 

Diese Stellungnahme wurde von den folgenden Athletengruppen und Nationalen Anti-Doping-Organisationen veröffentlicht: 

Athletengruppen: Canada (AthletesCAN), Athletics Association, Austria, Australia (Sport Integrity Australia Athlete Advisory Group), Denmark (NOC Athlete Committee), France (AFLD Athlete Committee), Athleten Deutschland, Global Athlete, Ireland (NOC Athlete Committee), Netherlands (NOC Athlete Committee), Norway (NOC Athlete Committee), UK (British Athletes Commission), UK (UKAD Athletes Commission) and USA (United States Olympic and Paralympic Committee Athletes Advisory Council). 

Nationale Anti-Doping-OrganisationenAustralia, Austria, Canada, Denmark, Finland, France, Germany, Ireland, Latvia, Netherlands, New Zealand, Norway, UK and USA 

Englische Originalversion: https://athleten-deutschland.org/wp-content/uploads/2020/11/20201111_Athlete_Groups_and_NADOs_call_for_WADA_reform.pdf